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DECT und Wireless-LAN

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Die Netzschicht (Network Layer), welche sich auch in U-Plane und C-Plane unterteilt, richtet Verbindungen zwischen dem Teilnehmer und dem Netz ein, betreibt sie und löst sie aus.  Die U-Plane hat in der Netzschicht keine Aufgaben und reicht alle Daten unverarbeitet weiter. Die C-Plane führt die Signalisierung durch und ist für die Steuerung des Datenaustausches verantwortlich.   2.2.3 Dynamische Kanalwahl Da die Belastung auf die Zellen meist ungleichmäßig verteilt ist und die Belastungsspitzen zeitlich und räumlich sehr variabel sind, wird bei DECT ein dynamisches Kanalwahlverfahren (Dynamic Channel Selection, DCS) angewendet. Aufgrund dieses Verfahrens ist keine Frequenzplanung, sondern nur eine Planung der Feststationsstandorte notwendig. Die tatsächliche Kanalzahl innerhalb einer DECT-Zelle hängt von der vorhandenen Anzahl der Sende- und Empfangseinheiten (Transceiver) ab, da ein Transceiver zur selben Zeit nicht mit zwei verschiedenen Frequenzen arbeiten kann.  Besitzt eine DECT-Zelle nur einen Transceiver, können nur noch zwölf Kanäle betrieben werden. Belegt ein mobiles Endgerät einen Kanal, so werden die restlichen Kanäle des gleichen Zeitschlitzes auf allen Frequenzen als „Blind Slot“ markiert. Die tatsächliche Kanalwahl erfolgt durch die Mobilstation. Sie mißt die Signalpegel der einzelnen Feststationen und ordnet sich derjenigen mit dem stärksten Pegel zu. Bei dieser werden bis zu drei Verbindungsaufbauversuche unternommen, bevor zur nächst stärkeren Feststation übergegangen wird. 2.2.4 Sprachcodierung mit ADPCM Im DECT-System wird die Adaptive Differential Pulse Code Modulation (ADPCM) zur digitalen Signalcodierung der Sprachsignale verwendet. Ziel der ADPCM ist, die Anzahl der erforderlichen Binärstellen, die zur Quantisierung verwendet werden, bei gleichbleibender Sprachqualität zu reduzieren. Dies gelingt auf Grund der Korrelation aufeinanderfolgender Abtastwerte. Unter Ausnutzung dieser Abhängigkeit der Signalwerte wird zum Zeitpunkt k aus n zeitlich zurückliegenden Abtastwerten der Aktuelle vorhergesagt. 2.2.5 Handover Wird während einer bestehenden Verbindung aufgrund schlechter Qualität eine Zuordnung zu einer anderen Feststation oder ein Kanalwechsel bei der gleichen Feststation vorgenommen, spricht man von einem Handover. Im DECT-System entscheidet die Mobilstation, ob und wann ein Handover notwendig ist. Meist ist ein Seamless-Handover (SH) möglich, bei dem der alte Kanal erst verlassen wird, wenn der neue bereits eingerichtet worden ist. Im Unterschied zum Non-Seamless-Handover merkt der Benutzer nicht, daß ein Kanal- oder Zellenwechsel stattgefunden hat. Im Gegensatz zu GSM sind bei DECT die Funkzellen kleiner, weswegen schneller und häufiger ein Handover durchgeführt wird – i. a. ist die Qualität der Verbindung besser. 2.2.6 DECT-Relais Ein DECT-Relais ist eine drahtlose DECT-Basisstation, die DECT-Netzen ermöglicht, Teilbereiche über Funk zu versorgen, so daß kein direkter Anschluß dieser Basisstation an das PSTN/ISDN nötig ist.   Es gibt zwei Anwendungsbereiche für DECT-Relais: Anwendungen in Gebäuden und im Freien.   Eine wichtige Outdoor-Anwendung ist der Einsatz von DECT-Relais in drahtlosen lokalen Netzen (Radio Local Loop, Wireless Local Loop). Dabei werden DECT-Relais zur Ergänzung von DECT-Basisstationen von Netzbetreibern so eingesetzt, daß die bisher drahtgebundene letzte Meile (Last Mile) von den Ortsvermittlungen zu den Hausanlagen der Kunden durch eine Funkstrecke überbrückt wird. Dies ermöglicht den flexiblen, schnellen und kostengünstigen Aufbau eines Versorgungsgebietes. Der nächste, denkbare Schritt wäre ein RLL (Radio Local Loop) mit öffentlichem Zugang, so daß ein lokal oder regional flächendeckendes Netz entsteht, indem das DECT-Handset nicht nur über die hausinterne DECT-Anlage, sondern auch über öffentliche Relais und Feststationen kommunizieren könnte. Gebäudeintern können in bestehende DECT-Systeme Relais eingefügt werden, um bestimmte Bereiche funktechnisch besser auszuleuchten. Aber auch die Einsparung von Verkabelung im Haus  kann ein sehr wichtiger  Entscheidungsgrund zugunsten von DECT-Relais sein. Die Nutzung von Relaisstationen in weitläufigen Firmengeländen, Montagehallen oder bei zeitlich begrenzten Baustellen bietet sich geradezu an. Zu beachten ist, daß Relaisstationen durch das Umsetzen eines kommenden auf einen gehenden Funkkanal eine größere Störleistung verursachen und die Kapazität im Gesamtsystem, verglichen mit drahtgebundenen Feststationen, verringern.  Dies kann durch den Einbau von Antennensystemen mit gerichteten Strahlern in Relais und drahtgebundene Feststationen verringert werden.
  
Mobile Kommunikation. Wertschöpfung, Technologien, neue Dienste.
von Ralf Reichwald
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